Prof. Dr. Gisela Schuetz

Lebenslauf

Prof. Dr. Gisela Schütz studierte Physik an der Technischen Universität München und promovierte 1984 in Kernphysik an der Technischen Universität München. Nach einer C3-Professur an der Universität Augsburg (1993), übernahm sie den Lehrstuhl am Institut für Experimentalphysik der Universität Würzburg (1997). Seit 2001 ist sie Direktorin und Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart, ehemals Max-Planck-Institut für Metallforschung.

Magnetismus in reduzierten Dimensionen

Das Gebiet der Spintronik ist zu einem florierenden Synonym für dichte, ultraschnelle, ausdauernde und vor allem stromsparende Informationstechnologien der Zukunft geworden, mit phantastischen Versprechungen, die von der Ablösung der CMOS-Technik bis zu den Auswirkungen im Quantencomputing reichen. Es entstanden neue Linien wie Magnonik, Spin-Orbitronik, antiferromagnetische Spintronik, Skyrmionik und Multiferroik einschließlich topologischer Aspekte, die in neuartigen graphenartigen und van-der-Waals-Systemen auftauchen. Allerdings ist die Auswirkung auf den realen Markt heutzutage eher begrenzt, da die schwerwiegenden Nachteile nicht nur von der technologischen Seite, sondern sogar von fundamentalen Aspekten her vorhanden sind. Auch werden die theoretischen und simulativen Ansätze durch unbekannte und oft falsche Eingangsparameter stark behindert. Dieser Vortrag stellt unsere Versuche vor, realistische, robuste Informationen über die entscheidenden magnetischen Größen wie Sättigung, Austauschkonstanten, Anisotropie, Temperaturverhalten in reduzierten Dimensionen sowie deren räumliche und zeitliche Entwicklung zu erhalten. Dazu kombinieren wir sorgfältige SQUID-, MOKE- und Röntgentechniken an identischen oder vergleichbaren Proben.