Fraunhofer IWKS präsentiert Auf- und Ausbaupläne

Presseinformation / 21.3.2012

Am 20. März besuchte Dr. Marcel Huber, Bayerns Umweltminister, die neue Fraunhofer-Projektgruppe IWKS in Alzenau, um sich über den aktuellen Stand und die weiteren Planungen zum Thema Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie informieren zu lassen.

Einiges hat sich getan seit dem Start im September 2011. Die inzwischen auf 10 Mitarbeiter angewachsene neue Fraunhofer-Forschungsgruppe in Alzenau hat sich im Bürogebäude Brentanostraße 2 etabliert und bearbeitet die ersten Projekte, u. a. zum Thema Spezialglasrecycling zusammen mit Projektpartner aus der Industrie und der Fraunhofer-Gesellschaft. Dieses Gebiet gewinnt vor dem Hintergrund der Energiewende in Deutschland zunehmend an Bedeutung, da für Photovoltaik oder solarthermische Kollektoren spezielle eisenarme Gläser zum Bau der Module verwendet werden müssen, um die Energieverluste durch die Glasabdeckung möglichst gering zu halten.

Dr. Marcel Huber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, nutzte seinen Besuch am Bayerischen Untermain, um sich aus erster Hand über den weiteren Auf- und Ausbau der Projektgruppe IWKS zu informieren. Im Anschluss an eine Diskussionsveranstaltung an der Hochschule Aschaffenburg und dem Spatenstich für die Erweiterung des Kreiskrankenhauses des Landkreises Aschaffenburg in Alzenau-Wasserlos besuchte Huber die sowohl von politischer als auch von industrieller Seite mit hohen Erwartungen bedachte Keimzelle für ein neues Fraunhofer-Institut. Huber forderte einen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Umgang mit den Rohstoffen. „Wir müssen unseren Umgang mit natürlichen Ressourcen nachhaltig ändern. Die Kurzformel lautet: Mehr Wiederverwertung statt Verbrauch von Primärrohstoffen. Der schonende und effiziente Umgang mit natürlichen Ressourcen ist vor dem Hintergrund einer rasant wachsenden Weltwirtschaft eine der größten Herausforderungen unserer Zeit", so Huber in seinem Grußwort.
Diesen Herausforderungen wollen sich die Fraunhofer-Forscher in Alzenau stellen, zusammen mit der Industrie und Experten aus dem großen Forschungsnetzwerk. So sollen neue Rohstoffstrategien in Alzenau in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl von Prof. Armin Reller, dem Leiter der Projektgruppe, an der Universität Augsburg entwickelt werden. Diese Rohstoffstrategien sollen einerseits eine größere Unabhängigkeit von den heute bekannten primären Quellen sichern, andererseits aber auch die Umweltfreundlichkeit der Gewinnung verbessern helfen. Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Erforschung und technologische Entwicklung neuer Recyclingtechnologien für kritische Rohstoffe aus ausgedienten Produkten, zunächst v. a. Elektronikschrott, in denen eine Vielzahl von wirtschaftlich bedeutenden Elementen stecken, zum Teil sogar in höherer Konzentration als in den natürlichen Rohstoffvorkommen. Diesen Schatz gilt es effizient und umweltschonend zu heben. Kontakte zu entsprechenden Industriefirmen wurden aufgebaut, damit auch auf diesem Gebiet die ersten Projekte starten können. Um Platz für die benötigten Geräte und Maschinen zu schaffen, soll noch in diesem Jahr eine Halle mit entsprechenden technischen Einrichtungen auf dem Gelände an der Brentanostraße gebaut werden.

Unterstützt wird die Projektgruppe auch von ihrem Mutterinstitut, dem Würzburger Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, das beispielsweise mit seinem umfangreichen Equipment und Know-how hilft, die anspruchsvollen Fragestellungen aus der chemischen Analytik zu lösen. Prof. Gerhard Sextl, Leiter des Fraunhofer ISC und Gründungsvater der Projektgruppe in Alzenau, wies denn auch auf die enge Zusammenarbeit hin – nicht nur mit den Würzburger Kollegen, sondern auch mit anderen Fraunhofer-Instituten, der Hochschule Aschaffenburg, der TU Darmstadt und vielen weiteren Partnern aus der Forschung. „Aber wesentlich für den Erfolg unserer Ideen wird die wirtschaftliche Umsetzbarkeit der Ergebnisse unserer Forschung sein. Deshalb bin ich froh, dass wir von Beginn an eine so starke Kooperationsbereitschaft bei der Industrie hier am Bayerischen Untermain und im Rhein-Main-Gebiet finden.“ Lob gab es aber nicht nur für die Industrie. Auch die politische Unterstützung sowohl auf Landesebene als auch regional durch den Landkreis Aschaffenburg und die Stadt Alzenau sah Sextl als wichtigen Erfolgsfaktor und dankte stellvertretend für alle Beteiligten Landrat Reuter und Bürgermeister Legler für ihr großes Engagement.