Magnetwerkstoffe

Recycling von Magneten

© Foto Fraunhofer-Projektgruppe IWKS

Magnete aus HDD-Festplatten

© Foto Fraunhofer-Projektgruppe IWKS

Festplattenmagnet vor und nach der Wasserstoffversprödung

Heutzutage existiert eine enorme Variantenvielfalt an Magneten, die sich je nach Anwendungsbereich und Hersteller in ihrer Geometrie, Leistungsspezifikation sowie Legierungszusammensetzung deutlich unterscheiden.

Eine direkte Wiederverwendung (sog. Re-Use) von Nd-Fe-B basierten Magneten aus Elektro-Altgeräten wäre technisch möglich, da die magnetischen Eigenschaften der Magnete durch den Betrieb im Normalfall nicht beeinträchtigt werden. Aufgrund fehlender Standardisierung der Magnete wird dies aber praktisch nicht umgesetzt.

Eine Rückgewinnung auf elementarer Ebene beispielsweise durch sog. chemische Extraktionsprozesse ist energetisch aufwändig, erlaubt allerdings auch eine direkte Rückführung der gewonnenen Seltenerd-Oxide oder –Salze in den Markt.

Da die Seltenen Erden (Nd, Pr, Dy und Tb) allerdings fast ausschließlich im Bereich der Permanentmagnete eingesetzt werden, konzentriert sich die Projektgruppe IWKS auf Methoden des werkstofflichen Recyclings, bei dem das Material in seiner Zusammensetzung erhalten bleibt und als wiederaufbereitetes Rezyklat zur Herstellung neuer Magnete eingesetzt wird.

 

 

 

Folgende Routen des werkstofflichen Recyclings werden von der Projektgruppe IWKS schwerpunktmäßig entwickelt:

  • Recycling durch Wasserstoffbehandlung zur Herstellung gesinterter und kunststoffgebundener Magnete
  • Recycling durch Einschmelzen und Rascherstarren zur Herstellung gesinterter, kunststoffgebundener und heißumgeformter Magnete

Weiterhin wird die Demontage von Magneten aus ganzen Baugruppen und Motoren durch Wasserstoffbehandlung sowie die Rückgewinnung Seltener Erden auf elementarer Basis über biochemische Methoden (Bioleaching) untersucht.